Was ist eine Beinprothese?
Eine Beinprothese ist ein künstlicher Ersatz, der so gut wie möglich die Funktionen des verlorenen Teils des Beines übernimmt.
Bei einer Amputation des Oberschenkels oder auf Höhe des Kniegelenks (Knieexartikulation) übernimmt die Prothese die Funktion von Knie und Fuss. Das Hüftgelenk behält die ursprüngliche Funktion.
Eine Prothese besteht grob aus drei Teilen: dem Schaft, der das Volumen des Stumpfes aufnimmt, dem Kniegelenk und dem Fuss.
Nachfolgend erläutern wir die erforderlichen Schritte zur Anpassung einer Prothese und präsentieren Ihnen einige gängige Varianten.
Was geschieht wann?
Nach der Operation
Oberste Priorität hat vorerst die Wundheilung. Die Anpassung der Prothese muss darum noch etwas warten. In der Regel können Sie sich in der ersten Zeit mit einem Rollstuhl fortbewegen. Lassen Sie sich dazu von den Fachpersonen im Spital anleiten.
Stumpflagerung
Wichtig ist es, darauf zu achten, dass das Hüftgelenk während dieser Wartezeit seine volle Funktion behält. Dafür muss es die meiste Zeit gestreckt bleiben. Bei einem gebeugten Hüftgelenk kann sich leicht eine Verkürzung der Muskeln (Kontraktur) ausbilden, die Sie anschliessend im Gehen behindert. Achten Sie darauf, den Tag nicht nur sitzend zu verbringen, sondern auch liegend, wenn möglich auch auf dem Bauch. Sprechen Sie sich dazu mit Ihrem/Ihrer behandelnden Arzt/Ärztin und dem/der Physiotherapeut:in.
Achtung Sturzgefahr!
Achten Sie bitte sehr darauf, nicht bei einer unbedachten Bewegung zu stürzen. Der Reflex, sich mit dem nicht mehr vorhandenen Bein aufzufangen, ist sehr gross, so dass Sie sich schwere Verletzungen am Stumpfende zuziehen können. Seien Sie lieber langsam, dafür sicher unterwegs!
Einige Tage bis Wochen nach der Operation
Wenn sich die Wunde gut entwickelt hat, wird der Stumpf für die Prothese vorbereitet. Da das Gewebe am Stumpf durch die Operation angeschwollen ist, wird es in der Regel mit elastischen Binden bandagiert.
Volumenreduktion und Bandagieren
In den ersten Monaten nach der Amputation nimmt ein Stumpf grundsätzlich viel an Volumen ab. Mit fortschreitender Wundheilung bildet sich das Wundödem zurück und die Muskulatur am Oberschenkel schwindet (atrophiert), weil sie ihre Aufgabe, das Knie und den Unterschenkel zu be-wegen, verloren hat. Bei Patienten und Patientinnen mit Gefässerkrankungen besteht aber auch eine Neigung zu Bein- bzw. Stumpfödemen infolge ungenügender Leistungsfähigkeit des Kreislaufs und der Nieren. In dieser Situation kann sich der Stumpf auch wieder vergrössern.
Für das Bandagieren des Stumpfes sind im Spital in der Regel die Pflegenden oder der/die Physio- oder Ergotherapeut:in zuständig. Lassen Sie sich instruieren und befolgen Sie die Anweisungen, da die Kompressionstherapie ein wichtiger Schritt bis zur Prothesenversorgung ist.Sobald der Stumpf annähernd eine stabile Form hat, ist eine gute Kompressionstherapie auch mit einem Stumpf-Kompressionsstrumpf möglich.
Der Stumpf ist bereit für die Prothesenanpassung
Sobald die Wunde genügend verheilt und das Ödem im Stumpf fast abgeklungen ist, kann mit der orthopädietechnischen Versorgung gestartet werden. Wir klären mit Ihnen zusammen ab, wie Ihre zukünftige Prothese angefertigt werden soll.
Prothesenabklärung
Wie Ihre zukünftige Prothese angefertigt wird, hängt von Ihrer Situation ab. Zudem beeinflussen Ihre Kraft, Balance und Beweglichkeit, aber auch Ihr Wille was Sie in Zukunft mit Ihrem Hilfsmittel machen können.
Im Gespräch mit Ihnen, Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin und dem/der Physiotherapeut:in verschaffen wir uns eine Übersicht über Ihre Situation und schlagen Ihnen daraufhin eine Bauweise und entsprechende Bauteile für Ihre Prothese vor. Einige gängige Varianten, wie Ihre Prothese aussehen könnte, stellen wir Ihnen hier vor.
Der Schaft
Der Schaft muss sehr genau zu Ihrem Stumpf passen, die Form der Knochen und Weichteile muss exakt abgebildet werden. Er trägt Ihr Körpergewicht und muss gewährleisten, dass die Prothese fest am Bein hält. Die Schaftanpassung nimmt in der Regel mehrere Wochen in Anspruch, weil sich die Weichteile am Anfang sehr rasch verändern.
Schaft bei Knieexartikulation
Durch die breite Form Ihres Stumpfendes ist es in der Regel möglich, dass Sie den grössten Teil Ihres Körpergewichts auf Ihren Stumpf übertragen können. Der obere Teil des Schaftes ist daher vor allem Führung, damit die Prothese beim Draufstehen stabil steht. Der Rand befindet sich ca. 5 cm unterhalb der Schritthöhe.
Prothese anziehen
Der Schaft kann aus Innen- und Aussenschaft bestehen: Dann ziehen Sie einen dünnen Prothesenstrumpf an. Anschliessend schlüpfen sie in den weichen Innenschaft, der Unebenheiten am Stumpf ausgleicht. Ziehen Sie einen weiteren Strumpf als Gleitschicht an und stülpen Sie den Aussenschaft über das Bein.
Der Schaft kann auch als Linersystem gebaut sein: Dann rollen Sie zuerst einen Liner aus Silikon oder einem ähnlichen Material auf die Haut. Mit dem Liner steigen Sie nun in den Prothesenschaft, wobei sich der Liner in der Prothese verankert.
Der Schaft ist als Linersystem gebaut: Dann rollen Sie zuerst einen Liner aus Silikon oder einem ähnlichen Material auf die Haut. Mit dem Liner steigen Sie nun in den Prothesenschaft, wobei sich der Liner in der Prothese verankert.

Gesperrtes Kniegelenk
Dieses Kniegelenk ist für Personen mit wenig Kraft und kleinen Anforderungen an die Prothese geeignet. Das Gelenk ist zum Stehen und Gehen mechanisch gesichert, bleibt also gestreckt und kann zum Sitzen gebeugt werden.

Bremskniegelenk
Ideal für Personen mit Kraft und Koordination, die sich aber vorwiegend im Haus oder auf ebenem Boden bewegen. Das Gelenk schwingt den Unterschenkel beim Gehen mit und sichert beim Stehen durch eine mechanische Bremse. Beim Absitzen beugt sich das Knie automatisch mit.

Mehrachsiges Kniegelenk
Für Personen mit viel Kraft und Koordination, die in ihrem Alltag auf der Strasse und in unebenem Gelände unterwegs sind. Das Gelenk kann durch eine pneumatische oder hydraulische Einheit in der Schwungphase an die Gehgeschwindigkeit angepasst werden. Im Stehen wird das Kniegelenk durch eine Mehrachskonstruktion gesichert, so dass es nicht einknickt. Beim Absitzen beugt sich das Knie automatisch mit.

Elektronisches Kniegelenk
Für Personen mit Kraft und Koordination, die ein grosses Sicherheitsbedürfnis haben oder einen sehr aktiven Alltag bestreiten. Diese Gelenke sichern das Gehen und Stehen über Sensoren und einer elektronischen Einheit, die aus dem Schrittablauf herausliest, wie die Person am besten unterstützt werden kann. Der Preis dieser Gelenke ist einiges höher.
Füsse
Hier finden Sie einige Beispiele für Fusspassteile. Wir zeigen Ihnen zum besseren Verständnis auch das Innenleben. Die Füsse werden aber alle mit einer kosmetischen Verkleidung eingebaut.

Einfacher Fuss
Für Personen mit wenig Kraft und kleinen Anforderungen an die Prothese. Dieser Fuss ist leicht und gibt durch seine Konstruktion einen sicheren Stand und ausreichend Bewegung bei geringer Krafteinleitung.

Dynamischer Fuss
Für Personen mit wenig Kraft und Balance, die aber noch kurze Strecken selbstständig unterwegs sind. Er hat durch die zweigeteilte Fussfeder eine Beweglichkeit, die das Gehen für eingeschränkte Anwender:innen im Aussenbereich unterstützt.
Die Prothesenanpassung

Gipsabdruck
Am Anfang jeder Prothese steht das Massnehmen. Damit der Schaft und der Stumpf eine passende Einheit ergeben, ist es wichtig, die einmalige Form Ihres Stumpfes genau aufzunehmen.
Dies kann mit einem Gipsabdruck erfolgen. Der Stumpf wird vermessen und mit Gipsbinden eingewickelt. Beim Aushärten werden dabei schon die wichtigsten knöchernen Strukturen unterstützt und abgeformt. Je nach Stumpfform ist es auch möglich ausschliesslich mit Umfang- und Abstandmassen zu arbeiten und den Schaft anschliessend digital zu konstruieren.

Liner
Je nach Schaftart werden Sie von uns vor dem Gipsabdruck einen Liner erhalten. Ein Liner kann helfen, die Prothese am Bein zu befestigen. Es ist eine Art Strumpf oder Socke, der direkt auf der Haut getragen wird. Auf der Innenseite befindet sich Silikon oder ein ähnliches Material, das leicht auf der Haut klebt. Aussen besteht er in der Regel aus einem textilen Gewebe, womit sie in den Schaft gleiten können. Je nach Ausführung gibt es aussen auf dem Liner Lippen oder ein Gewinde, was die Verankerung im Schaft ermöglicht.

Schuhe
Um die Statik der Prothese richtig einzustellen, benötigen wir ein Paar Schuhe von Ihnen. Diese Schuhe sollen Ihrem erhaltenen Fuss möglichst gut passen. Diesem Fuss müssen Sie in Zukunft gut Sorge tragen, er gehört zu Ihrem guten Standbein.
Wir werden Ihre Prothese so einstellen, dass Sie mit diesen Schuhen gut gehen können. Damit Sie sich beim Gehen auch mit anderen Schuhen wohlfühlen, müssen alle eine annähernd gleiche Absatzhöhe haben. Kaufen Sie neue Schuhe mit möglichst derselben Absatzhöhe, auf die Ihre Prothese eingestellt wurde.
Probeprothese
Aus dem Gipsabdruck fertigen wir Ihnen innerhalb von einigen Tagen eine erste Probeprothese an. Diese besteht meist aus einem transparenten Schaft und die Konstruktion der Prothese aus den diversen Teilen ist sichtbar. Ohne die kosmetische Verkleidung lassen sich die notwendigen Änderungen noch gut durchführen.
Die ersten Schritte
In der Anfangszeit empfiehlt es sich, die Prothese nur kurze Zeit zu tragen. Das heisst ca. ½- 1 Stunde und den Stumpf anschliessend nach eventuellen Druckstellen zu untersuchen. Dies ist vor allem bei Personen mit eingeschränkter Sensibilität (z.B. bei Diabetes oder arteriellen Verschlusskrankheiten) wichtig, da hier das Schmerzgefühl beeinträchtigt sein kann. Wenn die Haut unauffällig ist und Sie keine oder nur wenig Schmerzen verspüren, können Sie die Tragedauer langsam steigern. Die Fachperson wird Sie dabei beraten. Bei Druckstellen ist es ratsam, dass Sie sich mit uns in Verbindung setzen, bevor Wundstellen auftreten.
Physiotherapie
Nach der Erholung von der Operation kommt nun die Zeit der Rehabilitation. Sie müssen Ihre Muskeln nach der Untätigkeit wieder aufbauen und Ihre Körperbalance neu trainieren. Sie werden daher im Spital und auch später während der Rehabilitation regelmässig Termine in der Physiotherapie haben. Lassen Sie sich von den Fachpersonen zeigen, welche Übungen für Sie gut sind. Je besser Ihre Muskeln trainiert sind, desto besser werden Sie mit der Prothese zu Gange kommen.
Sobald Sie die erste Probeprothese erhalten, wird Ihr/Ihre Physiotherapeut:in mit Ihnen das Gehen üben. Hier lohnt es sich auf ein richtiges, physiologisches Gangbild zu achten. Sie können damit spätere Haltungsschäden und Verschleisserscheinungen an Gelenken oder Weichteilen vorbeugen.

Kosmetik
Wenn die Prothese nach einigen Wochen so gut wie möglich angepasst ist, wird die Probeprothese definitiv fertiggestellt und kosmetisch verkleidet. Diese kann Ihrem verbleibenden Bein möglichst ähnlich sein, teilweise kaschieren oder kunterbunt ausfallen. Wie Sie es wünschen. Falls Sie spezielle Wünsche zum Aussehen Ihrer Prothese haben, sprechen Sie Ihren/Ihre Techniker:in darauf an, wir beraten Sie gerne.
Laufende Anpassung und Kontrolle der Prothese
In den ersten Jahren kann sich der Stumpf stetig verändern, in der Regel wird sein Volumen langsam kleiner. Wenn Sie nicht mehr satt in der Prothese sitzen oder Druckstellen auftauchen, ist es daher angebracht, mit der Fachperson einen Termin zu vereinbaren um den Schaft wieder an Ihren Stumpf anzupassen. Bei einer Prothese für Knieexartikulationo der mit Liner ist es auch möglich, Volumenschwankungen mit Stumpfstrümpfen auszugleichen.
Wichtig
Ihre Prothese ist ein technisches Hilfsmittel, das im täglichen Gebrauch Verschleisserscheinungen zeigen kann. Es macht daher Sinn, dass Sie einmal pro Jahr einen Termin bei Ihrem/Ihrer Techniker:in wahrnehmen um die Prothese und deren Sitz kontrollieren zu lassen.
Alltag mit der Prothese
Stumpfhygiene
Die Hygiene der Haut am Stumpf ist wichtig, da sie ohne tägliche Reinigung und Pflege leichter von allergischen Reaktionen und Infektionen befallen werden kann. Zudem kann ein unangenehmer Geruch entstehen.
Tragen Sie Sorge, dass Ihre Haut täglich mit lauwarmem Wasser und einer hautfreundlichen Seife (d.h. ohne parfümierte Zusatzstoffe) gewaschen wird. Viel Wasser und wenig Seife sind besser als umgekehrt. Die Seifenrückstände sollten immer mit reichlich Wasser abgeduscht und die Haut anschliessend gut getrocknet werden.
Die Reinigung des Stumpfes erfolgt am besten abends vor dem Schlafengehen, damit die Haut über Nacht trocknen kann. Waschungen und Bäder am Morgen sind nicht empfehlenswert, da eine feuchte Haut anschwillt und leichter wund wird.
Nach der Reinigung kann die Haut mit einem milden Pflegemittel behandelt werden. Bei trockener und wunder Haut lohnt sich das abendliche Einreiben mit einer Körperlotion.
Geeignete Pflegeprodukte bieten wir Ihnen im ORTHO-TEAM an. Sie können sich aber auch in einer Drogerie nach milden Produkten ohne parfümierte Zusatzstoffe erkundigen.
Prothesenhygiene
Ebenso wie die Haut, muss auch Ihre Prothese regelmässig gepflegt werden. Diese kann mit einem feuchten Lappen innen und aussen abgewischt werden. Bei stärkerer Verschmutzung kann das Material mit wenig Wasser und einer weichen Bürste (z.B. Nagelbürste) gereinigt werden. Achten Sie darauf, dass kein Wasser in das Innere der Prothese oder über mechanische Teile gelangt.
Falls sie einen Liner erhalten haben
Auch die Innenseite des Liners muss jeden Abend von Hand mit lauwarmem Wasser und einer parfümfreien, milden Seife gewaschen werden. Für die Liner-Reinigung sollten keine Bürsten oder Ähnliches benutzt werden. Anschliessend kann der Liner mit einem Frottiertuch getrocknet und über Nach zum vollständigen Trocknen aufgehängt werden. Haken sind bei uns erhältlich. Ersatzweise geht bei grösseren Linern auch eine PET-Flasche, über die der Liner gehängt werden kann.
Ein spezielles Linerwaschmittel ist im ORTHO-TEAM erhältlich. Sie können wahlweise auch eine milde Seife verwenden.
Die Lebensdauer eines Liners beträgt einigen Monaten bis maximal wenige Jahren. Wenn die Oberfläche rau ist und sich zum Beispiel Risse oder Löcher gebildet haben, sollte er erneuert werden.
Tipps und Tricks für den Alltag
An dieser Stelle möchten wir Ihnen einige Hinweise mit auf den Weg geben, die den Start im Alltag mit Prothese etwas vereinfachen sollen.
Ihre Prothese sitzt nicht gut am Bein, Sie haben zu viel Platz im Schaft?
Es ist normal, dass sich die Form und das Volumen des Stumpfes immer wieder ändern, besonders in den ersten Monaten bis Jahren. Wenn Sie sich im Schaft unwohl fühlen, melden Sie sich bei Ihrem/Ihrer Techniker:in, damit der Schaft wieder an die aktuelle Form angepasst werden kann.
Sie haben regelmässig Rötungen auf der Haut, die allenfalls Schmerzen verursachen?
In einer Prothese muss die Haut immer Ihr ganzes Körpergewicht tragen. Es ist also natürlich, dass die Haut Rötungen zeigt. Allerdings müssen diese nach ca. 1-2 Stunden wieder verschwinden. Bleiben die Rötungen über längere Zeit bestehen, gibt es eine Druckstelle, welche durch Ihren/Ihre Techniker:in überprüft werden sollte.
Ihre Prothese macht ungewohnte Geräusche?
Rufen Sie in dieser Situation Ihren/Ihre Techniker:in an. Die Konstruktion der Prothese muss überprüft werden.
Ihre (definitive) Prothese bekommt im Fesselbereich vorne und hinten Risse, funktioniert ansonsten aber noch gut?
In der Regel sind das Risse, die sich in der Kosmetikhülle ausbilden. Sie entstehen, da Ihr Fusspassteil einen grossen Bewegungsumfang zulässt. Solange sich der Fuss beim Gehen fest anfühlt, stellen diese Risse für die Funktion kein Problem dar. Falls Sie die Risse optisch stören, ist es natürlich möglich, diese zu reparieren. Setzen Sie sich dazu mit Ihrem/Ihrer Techniker:in in Verbindung.
Sie möchten gerne Baden/Duschen/Schwimmen mit Ihrer Prothese?
Eine Prothese ist in der Regel nicht geeignet, um sie im Wasser zu tragen. Es ist aber möglich, speziell angepasste Badeprothesen herzustellen, die Duschen und auch Baden erlauben. Die Kosten für eine Schwimmprothese werden von den Versicherungen nur vereinzelt übernommen. Meist wird daher eine Ersatzprothese als Badeprothese hergestellt und muss dann auch im Alltag für kurze Zeit getragen werden können. Sprechen Sie uns an, wir beraten Sie auch bei einer Kostenabklärung mit Ihrer Versicherung.
Sie möchten mit Ihrer Prothese ein Auto/Motorrad lenken?
Dies ist in vielen Fällen möglich, sofern die anderen körperlichen Voraussetzungen zum Fahren erfüllt werden. Es muss in jedem Einzelfall abgeklärt werden, welche Massnahmen dafür getroffen werden müssen. Dies kann eine Anpassung am Fahrzeug, einen Eintrag im Führerschein oder eine erneute Fahrtüchtigkeitsprüfung sein. Bitte klären Sie Ihre Situation mit dem kantonalen Strassenverkehrsamt und Ihrer Autoversicherung ab.
Sie möchten unterschiedliche Absatzhöhen tragen?
Je nach Person sind unterschiedliche Absatzhöhen bis ungefähr 1cm möglich. Sie können somit ausprobieren bis zu welchem Unterschied es sich für Sie gut anfühlt. Für grössere Absatzunterschiede gibt es einige wenige Fusspassteile, bei welchen sich der Absatz direkt von dem/der Anwender:in einstellen lässt. Diese sind im Alltag nicht immer ganz einfach zu bedienen, können aber auch ausprobiert werden. Bitte wenden Sie sich an die Fachpersonen.
Sie möchten mit Ihrer Prothese Rennen/Joggen, Fahrradfahren, Skifahren oder sonst sportlich aktiv sein?
Es gibt für verschiedene Sportarten unterschiedliche Prothesenpassteile. Fürs Fahrradfahren muss das Kniepassteil eine entsprechende Optionen aufweisen, zum Joggen braucht es ein spezielles Knie und einen speziellen Fuss ohne Ferse und Kosmetik. Skifahren ist einbeinig, also ohne Prothese möglich oder mit einem speziellen Knie- und Fusspassteil. Bitte sprechen Sie sich mit Ihrem/Ihrer Techniker:in ab, damit für Sie eine individuelle Lösung und eine allfällige Finanzierung gefunden werden kann. Von den Sozialversicherungen werden Prothesen, die speziell für sportliche Betätigungen gebaut werden, nur sehr zurückhaltend finanziert. Falls Sie auf der Suche nach einer geeigneten Sportart sind, empfehlen wir Ihnen das Angebot von PlusSport (www.plusport.ch).
Die Prothese funktioniert eigentlich, Sie können sich aber nicht mit ihr Anfreunden?
Ihre Lebenssituation hat sich mit der Amputation grundlegend verändert. Es ist natürlich, dass der Anfang schwierig ist und Emotionen wie Angst oder Wut auslösen. Sollten Sie das Gefühl haben, diese Emotionen nicht kontrollieren oder die Prothese nicht annehmen zu können, scheuen Sie sich nicht auch professionelle psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Kontakte vermittelt Ihnen Ihr/Ihre Hausarzt/Hausärztin oder auch Ihr/Ihre Arzt/Ärztin vom Spital oder der Rehaklinik.